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Offenes Ohr im Westlichen

Mit Spiel und Spaß neue Kontakte knüpfen

Das Projekt

Als niedrigschwellige Teilhabe- und Kontaktmöglichkeit wollen wir in den Sommermonaten ein Spieleangebot auf dem zentralen Platz unseres Stadtteils anbieten. Unter ergotherapeutischer Leitung in Kooperation mit dem Stadtteilbüro, dem Mehrgenerationenhaus und dem Spieletreff "Würfelgleis", möchte das wöchentliche Spielangebot einen niedrigschwelligen Zugang zu den Menschen herstellen. Anknüpfungspunkt für die Kontaktaufnahme stellen einfache, den Menschen bekannte Brettspiele oder auch outdoor-Spiele dar. Der Spaß am Spiel in fröhlicher, gemütlicher Atmosphäre soll Vertrauensaufbau zu den Akteuren, aber auch unter den teilnehmenden Bürger*innen aus dem Stadtteil ermöglichen. Diese Vertrauensbasis ermöglicht gemeinsame Gespräche. Die geplante Angebotszeit am Vormittag erreicht Menschen, die diesen Ort bspw. aufgrund von Kinderbetreuung, Arbeitslosigkeit oder nach dem Renteneintritt zu dieser Zeit nutzen. Menschen unterschiedlichen Alters, auch mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen, geringem Bildungshintergrund oder eingeschränkten Sprachkenntnissen knüpfen Kontakte untereinander. Spiele werden auch von den Teilnehmenden selbst vorgeschlagen bzw. mitgebracht. Im Verlauf werden ehrenamtliche Helfer*innen und teilnehmende Bürger*innen in die Organisation und Durchführung eingebunden. Bereits Teilnehmende können als Multiplikator*innen dienen und Nachbar*innen in das Angebot einladen. Bekannt gemacht über Info-Flyer und Anzeigen in der bestehenden Stadtteilzeitung findet das Angebot kostenfrei statt, um auch Menschen mit wenig Einkommen die Teilnahme zu ermöglichen. Die niedrigschwellige Teilhabe und der öffentliche Raum soll auch Menschen in Kontakt bringen, die von den bestehenden Komm-Strukturen bisher nicht oder wenig erreicht werden. Über die nachbarschaftliche Beteiligung wird eine Verstetigung der Spiel-Aktivitäten im Stadtteil angestrebt. Ein am Platz liegendes Begegnungs-Café bietet sich perspektivisch als Ort an um die Aktivität nach den Sommermonaten auch Indoor fortzuführen.

Ausgangslage

Das „Westliche Ringgebiet“ Braunschweig weist einen hohen Anteil an Menschen mit Transferleistungen und Migrationshintergrund auf. Der Anteil der Einpersonenhaushalte sowie der Alleinerziehenden ist im Stadtvergleich besonders hoch. Die Zahl der Älteren Menschen ab 60 steigt, Hochaltrige verlassen eher die vertraute Umgebung. Im Stadtteil besteht ein gewachsenes, stabiles Netzwerk aus professionellen Akteuren und engagierter Bürgerschaft. Für alle Generationen gibt es zahlreiche Angebote in unterschiedlichen Einrichtungen. Die Beobachtung zeigt jedoch, dass es überwiegend dieselben Personengruppen sind, die zu den Angeboten und Veranstaltungen kommen und gut im sozialen Netzwerk eingebunden sind. Einige Angebote sind nach der Corona-Pandemie nicht mehr im selben Umfang angelaufen oder ganz eingeschlafen. Die Ansiedlung und Aktivitäten bekannter rechtsradikaler Personen im Stadtteil haben zugenommen.

Ansatz und Methodik

Die Praxis für Ergotherapie beim Verein Ambet hat ihren Standort seit mehreren Jahren im Stadtteil. Aus den Erkenntnissen, dass Menschen mit schwierigen sozio-ökonomischen Hintergründen eher eine schlechtere Gesundheitsversorgung haben, entstand die Motivation, die vorhandene therapeutische Expertise zu Gesundheitsförderung und Prävention im Rahmen der Stadtteilarbeit einzubringen. Seither ist die Praxis aktiver Partner der Stadtteilkonferenz und somit gut vernetzt mit den unterschiedlichen Akteuren im Stadtteil sowie dem Quartiersmanagement plankontor. Aus diesem Kontakt heraus entstand eine AG Senioren und Gesundheit, in der unter anderem die Einsamkeitsbelastung Älterer im Stadtteil thematisiert wurde. In Kooperation mit der Seniorenbegegnungsstätte und im Auftrag des Quartiersmanagements bieten wir ein Bewegungs-Angebot für Senior*innen an, die sich im Sportverein nicht oder nicht mehr wohlfühlen. Auch hier geht es um Integration von Menschen mit unterschiedlichen Ressourcen bzw. gesundheitlichen Einschränkungen und um einen Vertrauensaufbau zu den Teilnehmenden. Hierbei wurde deutlich, dass meist eher die schon gut eingebundenen Senior*innen an diesen Kursen teilnehmen.