Gemeinsam spielend Brücken bauen. Ein Projekt für mehr Miteinander im Alltag
Das Projekt
„SpielZeit – gemeinsam gewinnen wir alles!“ ist ein neues Begegnungsangebot im Ortsteil Altenwalde, das Menschen unterschiedlichen Alters regelmäßig an einen Tisch bringt. In gemütlicher Atmosphäre treffen sich Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen alle zwei Wochen zu einem offenen Spielenachmittag. Gemeinsam wird, mit viel Freude an Gemeinschaft und Austausch, gespielt.
Der Spielenachmittag bietet weit mehr als nur Unterhaltung. Spielen ist generationsübergreifend, stärkt soziale und emotionale Kompetenzen, fördert das Miteinander und hilft, Einsamkeit zu begegnen. Wir schaffen im Gemeindehaus, im Herzen des Ortsteils Altenwaldes, einen analogen Raum für alle Menschen. Besonders Kinder und ältere Menschen profitieren vom direkten Kontakt, dem Perspektivwechsel und der gegenseitigen Unterstützung, die ganz natürlich durch das gemeinsame Spiel entsteht.
Ein besonderer Effekt des Projekts ist der Aufbau einer Nachbarschafts-Spielebibliothek. Die im Projekt angeschafften Spiele können nach dem Spielenachmittag dauerhaft kostenlos und niedrigschwellig ausgeliehen werden. Alle Spiele werden gemeinsam getestet, bewertet und mit Empfehlungen von Kindern und/oder Seniorinnen und Senioren versehen. Damit entsteht nicht nur ein materieller, sondern auch ein emotionaler Mehrwert – eine kleine, lebendige Sammlung, die von der Nachbarschaft für die Nachbarschaft gestaltet wird.
Durch die Einbindung von lokalen Akteuren wie der KITA, der Grundschule und der Realschule Altenwalde, Kirchengemeinde, Ehrenamtlichen und Seniorengruppen wird das Projekt gut verankert. Es setzt direkt im Wohnumfeld an und lädt gezielt auch Menschen ein, die sich sonst selten beteiligen. Im direkt an das Gemeindehaus angrenzenden, der Öffentlichkeit zur Verfügung stehenden, Bürgerpark können im Frühjahr/Sommer Outdoorspiele, wie Wikingerschach gespielt werden und die Parkbesuchenden so animiert werden, spontan in ein Spiel einzusteigen. Ziel ist es, durch niedrigschwellige Begegnung auf Augenhöhe soziale Teilhabe zu fördern, gegenseitige Wertschätzung zu stärken und generationenübergreifende Strukturen für die Zukunft aufzubauen.
Mit „SpielZeit – gemeinsam gewinnen alles!“ wird Nachbarschaft spielerisch lebendig – nachhaltig, verbindend und für alle offen.
Ausgangslage
Im Rahmen unseres Altenwalder Mittagstreffs kommen wir regelmäßig mit älteren Menschen ins Gespräch. Dabei zeigt sich deutlich, dass viele unter sozialer Armut leiden – weniger materiell, sondern durch fehlende Ansprache, mangelnde Kontakte und zu wenige Gelegenheiten zur Begegnung. Oft wird der Wunsch nach mehr Austausch und lebendigem Miteinander geäußert. Besonders gefragt sind keine reinen Seniorenangebote, sondern offene Formate, in denen auch der Kontakt zur jüngeren Generation möglich ist. Der Gedanke an altersgemischte Gruppen – generationenübergreifend, offen und niedrigschwellig – stößt auf große Zustimmung.
Gleichzeitig berichten Kinder und Jugendliche, dass es im Ortsteil kaum passende Freizeitangebote für sie gibt. Abseits klassischer Vereinsstrukturen fehlen spontane, flexible Möglichkeiten der Teilhabe, vor allem am Nachmittag, wenn feste Trainingszeiten oft nicht realisierbar sind.
Ein bislang wenig genutzter, aber geeigneter Ort für neue Begegnungsformate ist der Bürgerpark direkt am Gemeindehaus. Der integrierte Spielplatz zieht zwar vereinzelt Familien an, doch das große Gelände wird insgesamt kaum genutzt – obwohl es gerade in der warmen Jahreszeit ideale Bedingungen für gemeinsame, generationenübergreifende Aktivitäten bietet.
Diese Rückmeldungen zeigen klar: Altenwalde braucht ein Projekt, das Begegnung über Altersgrenzen hinweg ermöglicht, soziale Teilhabe fördert und bestehende Strukturen sinnvoll nutzt. Genau hier setzt „SpielZeit – gemeinsam gewinnen wir alle!“ an.
Ansatz und Methodik
In Altenwalde ist die Nachbarschaftsarbeit fest im sozialen Leben des Ortsteils verankert. Sie basiert auf einem lebensweltorientierten, niedrigschwelligen Ansatz, der direkt im Wohnumfeld der Menschen ansetzt. Ein zentrales Element ist der Altenwalder Mittagstreff, in dem wir regelmäßig mit älteren Menschen ins Gespräch kommen und Bedarfe wie Einsamkeit, fehlende Ansprache oder der Wunsch nach generationenübergreifender Begegnung sichtbar werden.
Ich selbst bin ausgebildet in Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement und bringe fundiertes Wissen über sozialraumorientierte und partizipative Methoden ein. In unserer Arbeit folgen wir den Prinzipien der GWA: Förderung von Teilhabe, Aktivierung lokaler Ressourcen, Stärkung von Eigenverantwortung und nachhaltige Vernetzung.
Die bisherigen Projekte entstehen stets im Dialog mit den Menschen vor Ort. Kooperationen mit der Kirchengemeinde, Schulen und Vereinen sind dabei wichtige Bausteine. Auch das Projekt wurde auf Grundlage konkreter Rückmeldungen aus der Nachbarschaft entwickelt. Es greift Bedarfe verschiedener Generationen auf, fördert das Miteinander im Ortsteil und nutzt bestehende Strukturen wie das Gemeindehaus und den Bürgerpark. Damit stärkt es Teilhabe, Begegnung und langfristige Nachbarschaftsbindung.