- Willkommenskurse für junge zugewanderte Menschen -
Das Projekt
Angebot von Willkommenskursen in der Stadt Wolfenbüttel für junge Menschen bis 28 Jahre, die im ländlichen Raum im LK Wolfenbüttel untergebracht sind und für die keine Schulpflicht mehr besteht. Sie sollen durch das Projekt unter anderem motiviert werden, sich am Dorfleben zu beteiligen.
In den Kursen soll auch über verschiedene Integrationsmöglichkeiten informiert werden und sie sollen der Zielgruppe als Orientierung dienen, in denen auch verschiedene jugendtypische Themen schwerpunktartig behandelt werden können.
Auch sollen auf diese Weise erste Sprachkenntnisse vermittelt werden können, bis ein Platz in einem geplanten Sprachkurs frei ist.
Zusätzlich werden Ausflüge in den gesamten Landkreis gemacht, damit die jungen Menschen ihr Umfeld kennenlernen können. Zum Beispiel sollen Besuche von Fahrradwerkstätten stattfinden, um die Vermittlung von Fahrkenntnissen für die, die kein Fahrrad fahren können zu ermöglichen.
In diesem Kontext werden Alternativen der Mobilität aufgezeigt, wenn z.B. die Bus-Anbindung schlecht ist.
Es werden Referenten zu verschiedenen Themen eingeladen, welche die jungen Menschen betreffen/interessieren könnten, wie z.B.:
- Handyschulden,
- wie miete ich selbst eine Wohnung an,
- wie finde ich einen Praktikumsplatz,
- wie knüpfe ich Kontakte.
Die Vernetzung der jungen Menschen untereinander innerhalb der Willkommenskurse soll aktiv unterstützt werden. Zusätzlich werden Personen aus den umliegenden Vereinen eingeladen, die in den Dörfern aktiv sind, um sich bei den jungen Menschen vorzustellen. Hierüber sollen die jungen Menschen über Möglichkeiten, sich aktiv im Dorfleben einzubringen, informiert werden und zu eigenen Projekten motiviert werden. Dies könnte z.B. bei unterschiedlichen Festen oder der freiwilligen Feuerwehr etc. geschehen.
Dass die Willkommenskurse vorerst zentral in der Stadt Wolfenbüttel stattfinden, soll zur vorübergehenden Orientierung für die jungen Menschen dienen. Im Laufe des Projektes soll dann auch geschaut werden, welche Gemeinden im ländlichen Raum gegebenenfalls Räume zur Verfügung stellen, damit die Treffen auch vor Ort stattfinden können. Die jungen Menschen sollen sich auch aktiv mit der Geschichte ihrer Gemeinden beschäftigen und beispielsweise Präsentationen in Form von Collagen darüber erstellen.
Ausgangslage
Der Landkreis Wolfenbüttel ist geprägt von einer stark dezentralen Siedlungsstruktur mit vielen kleinen Dörfern, während zentrale Integrations- und Beratungsangebote überwiegend in der Stadt Wolfenbüttel gebündelt sind. Für junge Zugewanderte bis 28 Jahre, die nicht mehr schulpflichtig sind, ergeben sich daraus besondere Herausforderungen: Sie sind oft räumlich isoliert, verfügen nur eingeschränkt über Mobilitätsmöglichkeiten und finden vor Ort kaum passende, niedrigschwellige Angebote, die auf ihre Lebensrealität und Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Ansatz und Methodik
Im Rahmen zurückliegender und aktuelle laufender Projekte konnten wir bereits umfangreiche Erfahrungen in der Nachbarschaftsarbeit und im Kontext professioneller Gemeinwesenarbeit sammeln. Die bisherigen Aktivitäten waren eingebettet in quartiersbezogene Ansätze, die sich an den Lebenswelten der Bürger:innen orientierten und auf Partizipation sowie Empowerment ausgerichtet waren.
Ziel ist es, soziale Teilhabe zu fördern, Ressourcen im Stadtteil sichtbar zu machen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort nachhaltige Strukturen aufzubauen.
Der Ansatz basiert dabei auf den Grundprinzipien der Gemeinwesenarbeit: Lebensweltorientierung, Aktivierung, Vernetzung und sozialräumliches Arbeiten. Die Arbeit erfolgt in enger Kooperation mit lokalen Akteuren, Trägern, ehrenamtlich Engagierten und institutionellen Partnern. Insbesondere die methodischen Elemente der Gemeinwesenarbeit – wie aufsuchende Arbeit, Moderation von Beteiligungsprozessen und Initiierung selbstorganisierter Gruppen – werden aktiv umgesetzt.
Durch unsere Erfahrungen sind wir mit dem Konzept der professionellen Gemeinwesenarbeit in Theorie und Praxis gut vertraut.