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Gemeinsam wachsen

Aus Pflanzen werden Gärten- Aus Nachbarn wird Gemeinschaft

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Das Projekt

In unserem Quartier in Salzgitter-Lebenstedt, einem Stadtteil mit besonders hoher sozialer und kultureller Vielfalt, wollen wir einen inklusiven Gemeinschaftsgarten als offenen Treffpunkt für Menschen aus der Nachbarschaft schaffen. Der Garten soll als niederschwelliger Begegnungsort dienen und gezielt der Einsamkeit und sozialen Isolation entgegenwirken – insbesondere bei Alleinerziehenden, Senioren, Jugendlichen und Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund. Unsere bestehenden Räumlichkeiten sind zu klein für regelmäßige Begegnungen, weshalb der Garten als Erweiterung unseres sozialen Angebots dient. Geplant sind gemeinsame Aktivitäten wie Workshops zu den Themen Umwelt, Nachhaltigkeit und Ernährung, Hochbeetpflege sowie kreative und sportliche Angebote. Auch Nachbarschaftsfeste, Kochaktionen und interkulturelle Austauschformate sollen stattfinden, um das Miteinander zu stärken und ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Das Projekt ist generationenübergreifend angelegt und fördert die Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen. Im Fokus steht der Aufbau sozialer Netzwerke und die Aktivierung von Anwohnerinnen und Anwohnern als Mitgestaltende. Zudem möchten wir durch Beratung und Gesprächsangebote niedrigschwellige Unterstützung bei persönlichen und sozialen Problemen ermöglichen. Kooperationspartner sind die Grundschule Nord, das Familienzentrum Martin Luther, das JIG-Team der Stadt Salzgitter sowie die TAG Wohnen, die bereits zwei Gartenflächen zur Verfügung gestellt hat. Das Quartier weist hohe Armutsquoten (42 % Kinderarmut), einen sehr hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund (71,6 %) und viele Transferleistungsempfänger (35,2 %) auf. Vor diesem Hintergrund ist unser Gemeinschaftsgarten ein wichtiger Beitrag zur sozialen Teilhabe und zur Förderung einer lebendigen, solidarischen Nachbarschaft.

Ausgangslage

Unser Quartier in Salzgitter-Lebenstedt ist geprägt von einer hohen sozialen und kulturellen Vielfalt, aber auch von ausgeprägter sozialer Isolation. Besonders betroffen sind Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund, ältere Menschen sowie Alleinerziehende. Viele von ihnen leben allein, haben wenige soziale Kontakte und kaum Möglichkeiten, sich in die Nachbarschaft zu integrieren. Es fehlt an geeigneten, niederschwelligen Begegnungsorten, an denen man sich ungezwungen treffen, austauschen und gemeinsam aktiv werden kann. Zahlreiche Bewohnerinnen – vor allem Frauen – äußerten gegenüber unserem Team den Wunsch nach gemeinschaftlichen Aktivitäten wie Picknicks, Grillnachmittagen oder gärtnerischen Projekten. Diese Wünsche konnten bislang nicht umgesetzt werden, da geeignete Räume im Quartier fehlen. Viele äußerten außerdem, dass sie sich einsam fühlen und keine Orte kennen, an denen sie sich einbringen oder neue Kontakte knüpfen können. Die Idee eines Gemeinschaftsgartens entstand somit aus dem direkten Bedarf der Menschen im Quartier. In Gesprächen mit Kooperationspartnern wie der TAG Wohnen und durch Beobachtungen im Alltag wurde deutlich, dass öffentliche Plätze und Gemeinschaftsangebote kaum genutzt werden und viele Menschen sich zurückziehen. Die TAG hat ihre Unterstützung bereits signalisiert und Gartenflächen zur Verfügung gestellt. Mit dem Projekt möchten wir eine Lösung für die erlebte Isolation bieten und einen Ort der Begegnung für alle schaffen.

Ansatz und Methodik

Wir arbeiten seit mehreren Jahren im Bereich der aufsuchenden und niedrigschwelligen Nachbarschaftsarbeit in einem stark belasteten Quartier in Salzgitter-Lebenstedt. Dabei stehen der direkte Kontakt zu den Bewohner*innen, die Aktivierung lokaler Ressourcen sowie die Förderung der Teilhabe aller Menschen – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Bildungsgrad – im Vordergrund. Unsere Arbeit orientiert sich am Konzept der Gemeinwesenarbeit (GWA), auch wenn wir dies bisher nicht in einem formalen Rahmen durchgeführt haben. Wir verstehen GWA als partizipativen, lebensweltorientierten Ansatz, der soziale Teilhabe und Selbstorganisation unterstützt. Besonders wichtig ist uns der Aufbau vertrauensvoller Beziehungen durch kontinuierliche Präsenz im Quartier. Viele unserer Projektideen – wie der Gemeinschaftsgarten – entstehen aus den konkreten Bedarfen und Anregungen der Menschen vor Ort. Zudem kooperieren wir regelmäßig mit Einrichtungen wie Schulen, Familienzentren und Wohnungsbaugesellschaften und beziehen lokale Netzwerke und Multiplikator*innen in unsere Arbeit ein. Unsere Mitarbeitenden haben unterschiedliche berufliche Hintergründe – einige mit sozialpädagogischer Ausbildung, andere mit langjähriger Erfahrung in der Quartiersarbeit. Wir sind uns bewusst, dass professionelle GWA noch stärker strukturiert und vernetzt arbeiten kann – sehen unser Projekt aber als wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer solchen lokalen Struktur.