Skip to main content

Quartierstreff in der Südstadt

Unser Nachbarschaftscafé für Begegnung, Vielfalt und Teilhabe

caw 1

Das Projekt

Das Projekt schafft einen festen Anlaufpunkt für alle Menschen im Stadtteil, um Einsamkeit zu mindern und das Miteinander zu stärken. Es baut auf den Erfahrungen auf, die wir mit dem Nachbarschaftsformat „Café am Wieter“ gemacht haben, das seit zwei Jahren mit unserer Unterstützung von engagierten Menschen mit Migrationsgeschichte selbst organisiert wird. Mit dem geplanten Projekt möchten wir diesen partizipativen Ansatz weiterentwickeln und einen dauerhaften Quartierstreff im Caféformat etablieren. Ein Team aus Ehrenamtlichen wird dazu befähigt Verantwortung zu übernehmen, gestaltet Inhalte und schafft einen offenen Raum für Begegnung. Durch ihre Mitwirkung werden die Beteiligten in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt und leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Durch die Umsetzung thematischer Veranstaltungen im Caféformat fördert das Projekt die soziale Vernetzung. Ziel ist ein Raum, in dem Menschen mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen und altersbedingten Hintergründen zusammenkommen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und Barrieren abzubauen. Im Fokus steht ein diverses Publikum: Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte, Jung und Alt, Engagierte aus Zivilgesellschaft und Institutionen. Für 2025 sind fünf Veranstaltungen geplant. Das Café dient als Rahmen, um aktive Teilhabe zu fördern und niedrigschwellig wichtige gesellschaftliche Themen zu behandeln. Die Ehrenamtlichen bereiten Speisen vor. Damit schaffen sie eine einladende Atmosphäre und bringen ihre Perspektiven ein. Zu jedem Termin gibt es Infostände und Mitmachaktionen, die die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben anregen und Berührungsängste abbauen. Die Veranstaltungen bieten Raum für Begegnung, Austausch und Vernetzung. Geplante Themenschwerpunkte sind: 1. Sport: Niedrigschwellige Sportangebote und Infos von Vereinen 2. Ausbildung und Handwerk: Unterstützung bei Orientierung und Weiterbildung 3. Politische Teilhabe: Wege zum Engagement und Mitgestaltung im Stadtteil 4. Ehrenamt und soziale Verantwortung: Möglichkeiten zum lokalen Engagement 5. Frauen und Wirtschaft: Berufseinstieg und Empowerment mit der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft Das Projekt schafft eine nachhaltige Struktur für Begegnung, Teilhabe und Sichtbarkeit von Menschen mit Migrationsgeschichte. Der Quartierstreff soll langfristig Vertrauen, Offenheit und Zusammenarbeit stärken. Ziel ist es, Menschen in Kontakt zu bringen und das Miteinander auf Augenhöhe zu fördern.

Ausgangslage

Das Projekt wird in der Northeimer Südstadt umgesetzt – einem Stadtteil, der durch eine vielfältige Bewohnerschaft geprägt ist und in dem Herausforderungen wie soziale Isolation, hohe Fluktuation und wirtschaftliche Benachteiligung sichtbar sind. In den letzten Jahren sind viele Geflüchtete zugezogen, gleichzeitig besteht ein hoher Anteil an Menschen mit Migrationsgeschichte und Familien, die auf Transferleistungen angewiesen sind. Die Südstadt war lange von einem Mangel an lebendigen Treffpunkten, leerstehenden Wohnungen, schlechten Wohnbedingungen und wenig nachbarschaftlichem Austausch geprägt. Diese Situation führte zu Anonymität, Rückzug ins Private und einem schwachen sozialen Zusammenhalt. Durch zwei erfolgreich umgesetzte GWA-Projekte konnten in den letzten Jahren jedoch wichtige Impulse gesetzt werden: Es entstanden tragfähige Netzwerke zwischen Bewohner*innen, Verwaltung, Vereinen und weiteren Akteur*innen. Der regelmäßige Austausch mit der Stadtverwaltung und die Zusammenarbeit mit engagierten Einzelpersonen haben zu sichtbaren Verbesserungen geführt. So konnten z. B. Beteiligungsprozesse zur Aufwertung öffentlicher Flächen angestoßen und Nachbarschaftsaktionen etabliert werden. Die Erreichbarkeit vieler Zielgruppen – darunter auch neu zugewanderte Familien – wurde durch aufsuchende Arbeit und niedrigschwellige Formate verbessert. Auf diesen Erfolgen baut das Projekt auf: Es verfestigt bestehende Kontakte und Strukturen und bietet nun einen verlässlichen, offenen Ort, an dem Begegnung, Austausch und Mitgestaltung im Quartier regelmäßig stattfinden können und wirkt so Tendenzen der Vereinsamung entgegen.

Ansatz und Methodik

In unserem Quartier wurden bereits zwei GWA-Projekte umgesetzt, die den Aufbau von Vertrauen und Netzwerken in der Nachbarschaft förderten. Durch diese Projekte konnten wir wertvolle Erfahrungen im sozialräumlichen Arbeiten sammeln und sind mit den Grundprinzipien der professionellen Gemeinwesenarbeit vertraut. Insbesondere wissen wir, wie wichtig es ist, Bewohner*innen aktiv einzubeziehen, ihre Ressourcen und Bedürfnisse zu nutzen und niedrigschwellige Begegnungsorte zu schaffen. Wir sehen GWA als einen integrativen, partizipativen Ansatz, der das Zusammenleben verschiedener sozialer und ethnischer Gruppen im Quartier stärkt. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass wir noch weiter lernen und uns professionalisieren möchten, um die nachhaltige Entwicklung des Stadtteils bestmöglich zu unterstützen. Unsere bisherigen Erfahrungen bilden eine gute Grundlage für die Fortführung und Erweiterung der Nachbarschaftsarbeit im Rahmen des geplanten Projekts.