Mit diesem Antrag möchten wir ein Projekt im Bürgertreff initiieren, das über einen Zeitraum von sechs Monaten (Juni bis Dezember 2025) die aktive Mitgestaltung des Quartierslebens durch Ehrenamtliche nachhaltig fördert und stärkt. Ziel ist es, Bewohnerinnen und Bewohner dafür zu gewinnen, ihre eigenen Ideen und Interessen in Form konkreter Angebote für die Nachbarschaft umzusetzen. Um die Umsetzung dieses Vorhabens sicherzustellen, ist es notwendig, eine feste Personalstelle mit mindestens 10 Wochenstunden zu finanzieren.
Die Hauptaufgabe dieser Kraft wird darin bestehen, gezielt Ehrenamtliche aus dem Quartier anzusprechen, zu begleiten und zu vernetzen. Dabei soll die Person sowohl als Ansprechpartner für Interessierte fungieren als auch unterstützend bei der Umsetzung der Ideen tätig sein – organisatorisch, beratend und koordinierend. Der Fokus liegt darauf, Beteiligung niedrigschwellig zu ermöglichen und kreative Räume für Begegnung und gemeinschaftliches Engagement zu schaffen. Aber auch darauf, einsamen Menschen den Bürgertreff als Begegnungsort zugänglich zu machen.
Beispielhafte Formate, die in diesem Rahmen entstehen könnten, sind unter anderem:
– Ein Kochtreff für Jugendliche oder für alle Generationen
– Ein regelmäßiges Frühstücksangebot für Seniorinnen und Senioren – auf Wunsch auch mit Bewegungsangeboten
– Informationsvorträge zu alltagsrelevanten Themen für die Quartiersbewohner*innen
– Ein philosophischer Stammtisch als Ort für Austausch und Nachdenken
– Ein bis zwei Quartiersfeste, je nach Wetterlage indoor oder outdoor
Diese Angebote dienen nicht nur der sozialen Teilhabe, sondern fördern auch den Zusammenhalt im Quartier und schaffen neue Begegnungsräume. Durch die Förderung der Eigeninitiative und die Möglichkeit, sich mit den eigenen Fähigkeiten und Interessen einzubringen, sollen insbesondere Menschen aktiviert werden, die bisher wenig am gemeinschaftlichen Leben teilgenommen haben.
Der Bürgertreff stellt für das Projekt die notwendigen Räumlichkeiten sowie die Infrastruktur zur Verfügung. Mit der Finanzierung einer festen Kraft legen wir die Grundlage für ein gelingendes Projekt, das über die Laufzeit hinaus Impulse für eine dauerhaft lebendige Nachbarschaft geben kann.
Ausgangslage
Der Bürgertreff e.V. in Hann. Münden ist aus einer städtischen Quartiersförderung (Soziale Stadt) hervorgegangen und wurde gegründet, als die Stadt aus finanziellen Gründen keine Quartiersmanagement-Stelle mehr finanzieren konnte. Um die begonnene sozialräumliche Arbeit im Quartier fortzusetzen, wurde 2009 der Bürgertreff e.V. ins Leben gerufen. Seitdem engagieren sich Ehrenamtliche mit großem Einsatz dafür, Begegnung und Teilhabe im Stadtteil zu ermöglichen.
Inzwischen zeigt sich jedoch deutlich, dass viele der tragenden Ehrenamtlichen älter werden und an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Gleichzeitig sind viele Strukturen über Jahre gewachsen, aber inzwischen zu eingefahren, um offen für neue Impulse und Beteiligungsformen zu sein. Besonders junge Menschen oder Zugezogene fühlen sich von bestehenden Angeboten oft nicht angesprochen oder finden keinen Zugang.
Unsere Erfahrung zeigt zudem: Ehrenamt braucht professionelle Begleitung. Ohne Koordination, Beratung und Unterstützung scheitern viele gute Ideen an organisatorischen Hürden oder der individuellen Überforderung. Ehrenamtliche sind motiviert, aber ohne hauptamtliche Ansprechperson fehlt oft der Rahmen, um Ideen nachhaltig umzusetzen. Es entsteht Frustration, und Engagement bricht weg, bevor es Wirkung entfalten kann.
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und das Potenzial des Bürgertreffs wieder zu aktivieren, wollen wir mit einer festen Kraft neue Mitwirkende gewinnen, sie begleiten und damit einen Neustart für eine lebendige Quartiersarbeit ermöglichen.
Ansatz und Methodik
Ich habe vor diesem Antrag von dem Konzept der professionellen Gemeinwesenarbeit noch nichts gewusst. Habe mich aber aufgrund dieser Frage dazu informiert. Das Konzept beschreibt die gängigen Probleme in der konkreten Arbeit und zeigt auch genau die Ansätze auf, die ich als antragstellende Sozialwissenschaftlerin, die seit Jahren in der Praxis arbeitet, so nur bestätigen kann. Die Person, die wir für die Arbeit im Projekt vorschlagen würden, hat einen Abschluss in Philosophie und ist mit Projektarbeit vertraut. Ob sie dieses Konzept kennt weiß ich nicht. Das stellt aber kein Problem dar, weil die Ideen aus diesem Konzept sicherlich genau die richtigen Impulse zu unserem Projekt bieten und es